Gleich zu Beginn des Films stürzen sich die Titelhelden ins Kampfgetümmel. Für die Marvel-Helden gilt es eine mittelalterliche Festung in den verschneiten Bergen zu erobern. Im Gegensatz zum Rest des Films ist dieser Bau weder fiktiv noch irgendein Spezialeffekt, sondern die Forte di Bard in den Alpen Norditaliens.

 

2012 kommt der Superhelden-Bombast „Avengers“ in die Kinos. Marvels große Comic-Verfilmung in dem die Die Rächer erstmals – in einem Film – vereint gegen das Böse antreten. Drei Jahre später bringt Regisseur Joss Whedon mit „Avengers 2 – Age of Ultron“ den Nachfolger auf die große Leinwand und zeigt darin das wahre Potenzial seiner marvelösen Superheroes. Dabei stellt sich immer wieder die berechtigte Frage wie man den Vorgänger immer wieder toppen kann, immer weiter, andauernd höher und besser.

 

Als Einheit einfach unschlagbar

Ob bombastische Action-Sequenzen, ausgefeilte Kampfchoreografien oder atemberaubende Effekte. Der Nasstraum vieler Comic- und Marvel-Fans gewinnt allein dadurch seine Bedeutung wie diese ganzen Helden zusammen, als Einheit, agieren und ihre Meinungsverschiedenheiten beiseite legen, die in „The First Avenger: Civil War“ heuer einen dramatischen Höhepunkt erreichen. Diese menschliche Komponente gewinnt erst dann an Bedeutung, wenn man dem „Avengers“-Team bei der Arbeit zusieht.

 

Rein ins nächste Abenteuer

Hier fackelt Whedon nicht lang und legt schon die Weichen: Bereits in den ersten Minuten von „Avengers 2 – Age of Ultron“ sieht man wie Iron Man, Captain America,Thor, Hulk, Black Widow und Hawkeye eine mittelalterliche Burg im fiktiven osteuropäischen Land Sokovia erstürmen. In den verschneiten Wäldern der gebirgigen Festungsanlage stellt sich dem Team Avengers eine ganze Armee entgegen: Mit Panzern, MG-Stellungen sowie Bunkern und anderem Kriegszeug versucht man den „Avengers“ beizukommen.

 

Eine alpine Festungsanlage

Während Thor alles mit seinem Hammer kurz und klein klopft und Black Widow fast schon im Alleingang die feindlichen Soldaten eliminiert, versuchen Iron Man und Captain America einen Weg in die Burg zu finden. Den Rest erledigt die grüne „Kampfwalze“ Hulk, indem er ganze Betonbauten zertrümmert. Bei näherer Betrachtung wird klar, dass der Festungsbau äußerst vertraut vorkommt. Die Gebirgslage und Stellung der Wehranlage ist jenen bekannt, denen das Aosta-Tal im Nordwesten Italiens bestens vertraut ist.

Die Burg in Sokovia ist kein fiktives Bauwerk, sondern existiert tatsächlich in den Alpen Italiens. Genauer betrachtet die im Aosta-Tal gelegene Forte di Bard unweit der Schweizer und französischen Grenze. Im Film spielt die Festung von Bard zweimal eine besondere Rolle, nämlich gleich zu Beginn als die „Avengers“ versuchen den Bau einzunehmen und ihren Widersacher Baron Wolfgang von Strucker, gespielt von Thomas Kretschmann, dingfest zu machen. Sowie das zweite Mal als der titelgebende Sequel-Gegenspieler Ultron sich dorthin zurückzieht.

 

Zerstört, erbaut und saniert

In den italienischen Westalpen erhebt sich die Bard-Festung auf einem etwa 60 Meter hohen bewaldeten Felsen direkt am Flussverlauf der Dora Baltea. Der heute mittelalterlich anmutende Verteidigungsbau wurde während der dreißiger Jahre des 19. Jahrhunderts vom italienischen Adelshaus Savoyen errichtet. Früher erhob sich genau an dieser Stelle ein Vorgängerbau aus dem 10. Jahrhundert der auf direktem Befehl des französischen Kaisers Napoleon 1800 gesprengt und vollständig zerstört wurde.

Napoleons Order war eine Racheaktion nachdem eine seiner Armeen von etwa 400 Österreich- und Piemont-Partisanen zwei Wochen lang an einem nahe gelegenen Pass aufgehalten wurde. Die mehr als 180 Jahre alte Festung wurde 2006 nach einer Generalsanierung wieder eröffnet und beherbergt heute neben vielen touristischen Attraktionen auch das Museo delle Alpi, eine Art Alpen-Museum sowie ein Hotel und Café. Aktuell widmet sich eine Ausstellung bis 2017 dem „Avengers“-Film sowie dessen Dreh auf Forte di Bard im März 2014.

 

Episch, militant und gruslig

Whedon zeigt die Burg im Film in einem komplett anderen Bezug. In einem Interview erklärt der Filmemacher, dass ihm der gruselige Aspekt an Forte di Bard angezogen hat. Für Whedon sieht das Bauwerk wie das Schloss Frankensteins aus, was nützlich für „Avengers 2“ ist, da es ein Frankenstein-Film sei. Zugleich spielt auch die militante Wirkung der italienischen Festungsanlage eine Rolle, die gerade in den ersten Minuten des Films ersichtlich wird. Ein weiterer Grund für Whedons Ortswahl ist die epische Ausstrahlung, die das Bauwerk abgibt und „Age of Ultron“ eine neue Dimension verschafft.

 

Ein Ort globaler Bedrohung

Ob es nun die epische Größe, der militante Look oder tatsächlich die Hommage an ein Frankenstein-Motiv ist. Tatsache bleibt, dass „Avengers 2“ eine neue globalere Sichtweise in dem Sequel nachreicht. Das wird durch die Schauplatzwechsel ersichtlich, ob nun New York, das fiktive Sokovia, Südafrika oder -korea. Die Gefahr einer weltweiten Bedrohung, ob nun aus dem All wie bei „Avengers“ oder aus der Erde in „Avengers 2“ wirkt wie das Vorspiel zu einem noch gewaltigeren Konflikt, der seine Vollendung im Abschluss der „Avengers“-Trilogie 2018/2019 finden wird.

 

Weiterführende Links

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s