Ein Hilferuf aus dem Norden ereilt den Wikinger-Führer Buliwyf. Unter seinen Mitstreitern befindet sich auch „Der 13te Krieger“. Mit seiner Hilfe und Klugheit wollen die Nordmänner einem mysteriösem Schrecken ein Ende – und dringen in ein unheimliches Höhlenreich vor. 

 

Ein unsagbarer Schrecken hallt durch die düsteren Wälder Skandinaviens. Der treue Rest einer 13-köpfigen Kriegerschaft reitet durch das wilde und gefährliche Land. Wikinger und ein Araber, der titelgebende „dreizehnte Krieger“, folgen dem wirren Rat einer Weissagerin. Sie gibt ihnen die Anregung, den Feind, welchen die Krieger bekämpfen wollen unter der Erde zu suchen. „Findet die Wurzel“, sagt die alte Frau, die auf einen Schrecken aus Urzeiten hinweist. Die kriegerische Unternehmung findet nach langer Suche einen Höhleneingang, der vom Feind bewacht wird.

 

Ein Totenkult unter der Erde

Der Einfall der Wikinger in das unterirdische Höhlen-Labyrinth ist eine der Schlüsselszenen des historischen Action-Streifens „Der 13te Krieger“ vom „Stirb Langsam“-Regisseur John McTiernan. Tief im Berg unter der Erde stoßen die Krieger und der Arabar Ibn Fadlān, gespielt vom spanischen Schauspiel-Star Antonio Banderas, auf einen prähistorischen Widersacher. Auf urzeitliche Höhlen-Bewohner, die einen exzessiven Totenkult betreiben und zum Kannibalismus neigen.Wendols werden sie genannt, die sich für Bären halten und auch als solche angesehen werden wollen. Ein ganzes Wikinger-Königreich wird von ihnen bedroht.

 

Menschen, die wie Tiere hausen

In den verzweigten Höhlen finden die Nordmänner unter Führung von Buliwyf eine Welt, die sich ihren Vorstellungen entzieht. Kahle und glitschige Felsen dominieren zunächst die Unterkunft der „Bärengänger“. Buliwyf und seine Mitstreiter gehen mit ihren Schwertern und Fackeln hinein in das Innere. Trockene Wände, fast schon staubig und erdig, sind überall sichtbar. Ein leicht nebeliger Dunst liegt in den Höhlen und weit hinten hallen die Stimmen derer, „die die Toten essen“. Es sind prähistorische Kannibalen, keine Menschen aber menschlich, die hier vermutlich seit Urzeiten hausen.

 

Ein Überbleibsel aus Urzeiten

Manche behaupten, es könnte sich dabei um einen vergessenen Neandertaler-Stamm handeln. In dieser Abgeschiedenheit der Natur scheinen sie über die Jahrtausende überlebt zu haben. Dennoch ist es falsch, sie als wilde, rohe und unzivilisierte Wesen zu bezeichnen. Denn sie frönen einem Kult nach, den man als „matriarchal“ und „schamanistisch“ bezeichnen kann. Ihre Gottheit ähnelt der berühmten Venus von Willendorf. Jener kleinen Steinfigur, die 1908 im niederösterreichischen Willendorf gefunden wurde. Irgendwo in diesen Höhlen haust auch ihre Priesterin, die über die Höhlen-Bewohner gebietet.

 

Den Kopf der Schlange finden

Buliwyf hat sich zur Aufgabe gemacht, die „Wendol-Mutter“ zu töten. Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes, der Kopf der Schlange. Regisseur McTiernan orientiert sich in dem Film an literarische Vorlagen: Zum einen an das Buch Schwarze Nebel vom „Jurassic Park“-Autor Michael Crichton, das als direkte Vorlage zum Film. Sowie andererseits an einige schriftliche Fragmente aus der nordischen Beowulf-Saga. Kenner dieser Legende finden in „Der 13te Krieger“ viele Hinweise und Anspielungen auf das frühmittelalterliche Heldenlied. Eine zentrale Rolle kommt hier Buliwyf zu, dessen Name schon klanglich an Beowulf erinnert.

Crichton, der auch komplett in der Banderas-Verfilmung – sogar als Co-Regisseur neben McTiernan – involviert war, greift für sein Buch auf die Beowulf-Erzählungen zurück: In diesen muss sich der Titelheld mit 14 Gefährten gegen ein Monster behaupten, das regelmäßig den König von Dänemark heimsucht. Dieses Unwesen Grendel, das sich auf die bärigen Wendol bezieht, gilt es zu töten sowie dessen Mutter. Sie sinnt nach bitterer Rache nachdem Beowulf ihren monströsen und missgebildeten Sohn erschlägt. Beowulf stellt sich auch der Mutter entgegen und besiegt sie mit Glück und List.

 

Eine Figur wie aus „Tausendundeine Nacht“

Aber Crichton greift noch auf eine andere Quelle zurück: „Der 13te Krieger“, die Figur des Ahmad Ibn Fadlān ist kein Sagencharakter wie Beowulf. Sie beruht auf den gleichnamigen arabischen Chronisten aus dem 10. Jahrhundert. Auf seinen Reisen macht Fadlān die Bekanntschaft mit Wolga-Bulgaren, deren nordischen Bräuche und Lebensgewohnheiten er schriftlich niederlegt. Teile dieser Chroniken Fadlāns hat Crichton in seinen Roman, dementsprechend auch in der Verfilmung aufgenommen. Wie beispielsweise ein Wikinger-Begräbnis, das im Film übernommen wurde und ziemlich am Anfang des Streifens zu sehen ist.

 

Mit Berserkerwut in die Höhlen

Mit ihrer Tötung beschwören Buliwyf, der Arab Ibn und die anderen überlebenden Nordmänner die Rache- und Tötungsgelüste der Wendols herauf. Den Blutrausch, den die Wikinger in den Höhlen veranstalten, sorgt für einen – nicht ganz unverständlichen – Aufruhr beim steinzeitlichen Stammesvolk. Von überall her, aus anderen verzweigten Höhlen und Eingängen kommen sie aus den Stollen hervor. Das Gemetzel drängt die Wikinger dazu sich Gedanken über eine Flucht zu machen. Ein Entkommen ist aber fast unmöglich, weil der Eingang wieder von den „Bären-Menschen“ bewacht wird.

 

Hinaus auf das offene Meer

Ein besonders dynamisches Element in den Höhlen spielt das Wasser. Bevor die Nordmänner in das Innere des Bergs eindringen, weist das Rauschen eines Wasserfalls auf den Eingang. Im Inneren und unter der Erde treffen die Wikinger auf weiter Wasserstürze. Der zischende Lärm macht das heimliche Eindringen fast unhörbar. Zudem macht es die nordischen Eindringlinge fast unsichtbar als man hinter einem Wasserfall nach einem Fortgang suchen. Das weitere Entkommen gelingt Buliwyf und dem Rest seiner verbliebenen Truppe durch ein unterirdisches Wassersystem. Dieses verbindet den Höhleneingang mit dem offenen Meer.

Auch hier findet sich Crichtons Anspielung auf die Beowulf-Saga. Der Unhold Grendel ist ein Höhlenwesen, das Licht und Lärm meidet. Es lebt in der Nähe von Gewässern, weil dessen Mutter als „Meerwesen“ über ihren Sohn wacht. In „Der 13te Krieger“ schwimmen Buliwyf und seine Männer in der Nähe einer Felsküste wieder aus dem Meereswasser hervor. Den Wendols entkommen die Nordmänner jedoch nicht ihrer Rache. Schon in der darauffolgenden Nacht greifen sie wieder an. Ein Racheakt, die nur zum Scheitern verurteilt ist, weil die „Bären“ ohne den Rat ihrer Mutter auskommen müssen. Sie verschwinden, so wie sie gekommen sind wie auch die Wikinger, indem sie sich vermutlich mit anderen Völkern vermischen.

 

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