In „Edge of Tomorrow“ bekommt Tom Cruise die Gelegenheit, die Welt vor den Außerirdischen zu retten – jeden Tag, wenn er scheitert. Der Zeitreisen-Thriller ist eine Sci-Fi-Version des Zweiten Weltkriegs und zeigt so auch die Erstürmung einer alpinen Staudammanlage in der Schweiz.

 

Im Laufe der letzten Jahre hat Tom Cruise eine gewisse Neigung zum Science Fiction-Genre entwickelt. Mit „Oblivion“, „Krieg der Welten“ und „Minority Report“ hat der bewährte Hollywood-Schauspieler bewiesen, dass er nicht nur Spezialagenten in unmöglichen Missionen spielen kann. Im Gegensatz zu diesen Vorgängern hebt sich „Edge of Tomorrow“ etwas davon ab und das nicht nur im positiven Sinne.

 

Hektischer Streifen, ruhige Kamera

Die etwas wirre Handlung, die allzu stark in Klischees verfallenen Figuren und zu hektische Schnitte sowie Schauplatzwechsel nehmen dem Film die Ruhe und Glaubwürdigkeit weg. Trotzdem scheint der Streifen auch seine großen Momente zu haben: Das Sci-Fi-Werk ist visuell durchaus gelungen und zeigt auch diese starken Momente. Gerade in ruhigen Momenten wenn die Kamera sanft über verschneite Alpin-Landschaften hinweg schwebt und Cruises Ziel ausmacht – ein Alien-Stausee inmitten der Schweizer Berge.

 

Die Schweiz in den Klauen der Aliens

Tief im verschneiten Hochland der Schweizer Eidgenossen liegt das Destinationsziel, das der Held in Gestalt von Tom Cruise aufsuchen muss. In der Staudammanlage des Lai da Curnera befindet sich sozusagen das Hauptquartier der außerirdischen Invasoren, auch Mimics genannt. Der zum Rekruten degradierte Bill Cage, gespielt von Cruise, gewinnt besondere Fähigkeiten indem er durch außerirdisches Blut „infiziert“ wurde.

Eine dieser Begabungen ist die, dass er fast schon auf hellseherische Weise die Position der Alien-Führer orten kann. Cage wird bei dem besagten Schweizer Stausee fündig und bekommt dadurch die einmalige Gelegenheit, den Verlauf des bisherigen Krieges komplett zu verändern. Die alpinen Szenen zeigen in beeindruckender Weise die unberührte Natur im Gegensatz zum hochtechnologisch geführten Alien-Krieg.

 

Der große Lai da Curnera

Die Alien-Stauseeanlage ist tatsächlich der Lai da Curnera, eine künstlich angelegtes Wasserspeicher-Reservoir im Val Curnera des Kantons Graubünden. Der See gehört zum Gemeindegebiet von Tujetsch, auch Tavetsch genannt und bildet mit zwei weiteren benachbarten Stauseen, Lai da Sontga Maria und Lai da Nalps, ein alpines Wasserversorgungs-System. Mit einer Länge von fast 2,5 Kilometer und einer Breite von fast 700 Meter gehört der Stausee zu den größten in der Schweiz.

Wie seine benachbarten Binnen-Gewässer wurde auch der Lai da Curnera von Kraftwerke Vorderrhein AG angelegt und bis heute gemeinsam mit Ovra Electrica Rein Anteriur SA betrieben. Die Bogenstaumauer wurde mit einer Höhe von 153 Meter im Jahr 1966 fertiggestellt. Der Bautyp dieser künstlichen Talsperre ist auf das felsige Gebirge ausgerichtet. Durch die gekrümmte Bogenmauer wird das Gewicht auf die anliegenden Talflanken übertragen.

 

Von den Bergen in ein Pariser Museum

In Cruises „Edge of Tomorrow“ wird die Stauseeanlage zum dramatischen Schauplatz der Filmhandlung. Wie sich herausstellt,  wird Cage von den Aliens am Damm bereits erwartet. Die Falle der Mimics schnappt aber nicht zu, denn Cages Fähigkeit sich immer wieder in die Zeit zurück zu katapultieren, rettet ihn um zu erkennen wo der wahre Standort des Ober-Mimics liegt. Allmählich gelingt es ihm diese Begabung besser zu steuern.

Vom Gebirgssee verschlägt es Cage unter einem Museum, dem Pariser Louvre wo er sich in selbstmörderischer Mission hinter die feindlichen Alien-Linien begibt. Der Plan die Außerirdischen mit ihrer eigenen Fähigkeiten zu vernichten, gelingt mehr schlecht als recht doch bekommen Cage und die Menschheit am Ende eine neue Chance. Erzählerisch erinnert der Film aber auch an geschichtliche Ereignisse und Wendungen aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, die unterschwellig immer wieder sichtbar werden.

 

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