Daniel Meier und Ronny Schmidt, zwei Extrem-Wanderer, wollen sich etwas selbst beweisen – wie man in besonders drastischen Situationen agiert. Der Bayerische Rundfunk begleitet das Survival-Duo 2012 auf ihrer harten Tour durch die Alpen-Regionen Bayerns, Österreichs und Italiens.

 

Dem Alltagstrott zu entfliehen, fällt vielen nicht leicht. Hobbies und andere Freizeitbeschäftigungen dienen vielmehr dem Zeitvertreib als wirklich zur Erholung oder Entspannung. Aus dieser Situation heraus lässt sich das Survival-Duo Ronny Schmidt und Daniel Meier auf ein experimentelles Wagnis ein. In der Doku-Reportage „Über die Alpen und bis an die Grenzen“ aus der Reihe „berggeschichten“ des Bayerischen Rundfunks (BR) erzählen die beiden über ihre Eindrücke und Erlebnisse auf dem Europäischen Fernwanderweg E5.

 

Experiment vor laufender Kamera

Die besondere Herausforderung für die beiden ist aber auch ihre persönliche Herangehensweise, der sie sich in ihrer extremsten Form nähern wollen: Bepackt mit einer Feldflasche, einem Messer, einer Regenjacke sowie einem Kompass und Feuerstein wollen sie hinaus in die gebirgige Natur. Heute betreiben Schmidt und Meier eine eigene Schule für realistisches Outdoor- und Survival-Training. Ihre Erfahrungen als Überlebens-Experten konnten die beiden auch im Rahmen dieses Doku-Experiments des BR aus dem Jahr 2012 gewinnen.

Das auf dem ersten Blick unterschiedliche Zweigespann eint die gemeinsame Herausforderung und die Lust sich dieser körperlichen und seelischen Extrembelastung zu stellen. Dem ehemaligen Zeitsoldaten Schmidt ist es wichtig aus dem wiederholenden Alltagstrott herauszubrechen – für mehrere Tage an die Grenzen zu gehen. Für Meier, im bürgerlichen Leben Outdoor-Ausbilder und Krankenpfleger, zählt vielmehr die Selbsterfahrung als persönliche Motivation. Als Veganer will gerade dadurch neue Kenntnisse gewinnen, mit welchen Techniken man so eine Extremsituation am besten bewältigen kann.

 

Eine fünftägige „Tortour“ auf dem „E5“

Für ihre Extrem-Tour durch die Alpen haben sich die beiden Survival-Epxerten fünf Monate auf diese Wanderung vorbereitet. Innerhalb von fünf Tagen wollen Schmidt und Meier die Alpen überqueren. Die Route folgt dabei über den Fernwanderweg E5, von Oberstdorf im Allgäu nach Meran in die Südtiroler Alpen. Rast- und Haltestationen bilden dabei über die Spielmannsau, die Kemptner Hütte, vorbei am Mädelejoch durch Holzgau und Zams zur Martin Busch-Hütte in den Ötztaler Alpen. Die fünftägige Tour ist für die beiden Naturburschen und -wanderer eine starke Belastungsprobe. Eine „Tortour“ auf der sie ganz auf sich allein gestellt sind.

 

Den Antrieb und Rhythmus finden

Neben steilen Gebirgspfaden und unvorhergesehenen Wetterumbrüchen spielt auch die Suche nach dem richtigen Rhythmus eine wesentliche Rolle. Gerade hier ist dann die Selbstmotivation besonders gefragt: Ronny Schmidt lässt sich durch sein Willen leiten während Daniel Meier seiner Spiritualität vertraut. Unterwegs beäugen sie auch die Flora am Wegesrand, um nahrhafte Kräuter und Pflanzen aber auch parasitenfreies Getier, wie Heuschrecken, zu finden. Die Wanderung und Nahrungssuche zugleich fordern von den beiden Survivors alle Kräfte ab, zeigen aber auch wie weit sie ihre eigenen Kräfte schöpfen und schonen können.

 

Dokumentierte „Selbstquälerei“

Die Erfahrung und Kenntnisse aus dieser Extremsituation sind nicht nur wertvoll, sondern wegweisend für die gesamte restliche Etappe ihrer Bergtour. Der Versuch seine eigenen Grenzen kennenzulernen, hat für das Duo auch mit Selbsterfüllung zu tun. Ihren „Leidensweg“ dokumentieren Meier und Schmidt auch mit Videokameras: Die Selbstporträt-Aufnahmen vermitteln nicht nur einen intensiveren Eindruck ihrer Extremwanderung, sondern lenken ein wenig auch von ihrem leeren Magen ab. Viel Zeit zum Nachdenken bleibt ihnen nicht – der Zeitdruck und die extremen Pfade erfordern ihre wachen Sinne.

Die steinige Gebirgslandschaft erschwert jeden Schritt zusätzlich. Konzentration und Ausdauer auf jedem Höhenmeter setzen auch eine klaren Geist frei – somit die Möglichkeit Herr über seinen Geist und Körper zu werden. Doch die quälende Frage nach Selbstbestätigung bleibt weiterhin bestehen und ist sozusagen auch die finale Probe auf der letzten Etappe. Warum durchhalten, wenn man mit sich selbst im Reinen ist oder gar wegen der Anderen? Wenn man den Willen verliert und auch der Glaube an sich selbst abhandenkommt, reicht da noch die Erwartungshaltung?

 

Alle Kräfte bis zum Ende einteilen

Der Muskelschmerz und die schwere Atmung nach jedem Schritt, aktivieren jeden noch so kleinen Adrenalin-Schub. Am Ende des Tages zählt dann aber die Strategie, das Vorhaben mit dem aufgebrochen ist sowie die Kenntnis das eigene Potenzial richtig einzuschätzen und anzuwenden. Nach fünf qualvollen Tagen erreichen Schmidt und Meier den Tisenhof im Schnalstal und entscheiden hier, 20 Kilometer Autobahn-Weg von Meran entfernt, die Tour zu beenden und ihren extremen Selbstfindungs-Trip abzuschließen.

 

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