Er ist der Sohn den Indy nie hatte und der Bruder den Lara immer gebraucht hätte. Für die Videospiel-Fortsetzung „Uncharted 2“ kraxelt sich Nathan Drake dieses Mal durch die eisigen Regionen des Himalayas. Erneut muss er sich realen und unheimlichen Gegnern in den Weg stellen.

 

In der Gamer-Welt ist es selten, dass neue Spielkonzepte so einschlagen wie die „Uncharted“-Reihe. Die mittlerweile bald auf vier Teile ausgestreckte Videospielserie zeigt mit „Uncharted 2: Among Thieves“ den momentanen Höhepunkt der ganzen Abenteurer-Saga. Ganz im Stil ähnlicher Vorgänger wie Indiana Jones oder Lara Croft geht es auch bei „Uncharted“ um einen einzelkämpferischen Helden mit archäologischem Gespür. Nathan Drake ist ein Nachfahre des berühmten englischen Beuter-Kapitäns Sir Francis Drake aus dem 16. Jahrhundert. Gemeinsam mit seinem Mentor und väterlichem Freund Victor „Sully“ Sullivan verschlägt es die beiden immer wieder in turbulente Abenteuer.

 

Ein verschollenes Königreich

Beim Nachfolger zu „Uncharted: Drakes Schicksal“ zieht es die beiden Abenteurer und Glücksritter auch in die Bergregionen des Himalaya, auf der Suche nach einem vergoldeten Phurba, einem tibetanischen Dolch. Dieses Artefakt ist, als „Schlüssel“, für die weitere Schnitzeljagd der beiden Männer von großer Bedeutung: Er beherbergt den Zugang zum sagenumwobenen Shambala, einem angeblich verborgenem Königreich am Dach der Welt. Im tibetanischen Buddhismus spielt der Mythos eine bedeutend spirituelle Rolle und verspricht großes Glück und Reichtum jedem, der es schafft, das magische Königreich zu betreten.

 

Nazis und andere Bösewichte

In „Uncharted 2“ spielt Shambala auch für die Nazis eine große Rolle. EineHakenkreuz-Expedition in die heutige Tibet-Region scheitert in den verschneiten Höhen. Jahrzehnte später treffen Drake und Sully auf einen Teilnehmer dieser Expedition. Kurz bevor dieser von „den Bösen“ erledigt wird, gibt er dem „Vater-Sohn“-Gespann den Eingang zum mythischen Königreich preis. Im Reich angelangt muss Drake sich mit den dortigen Einwohnern auseinandersetzen, die durch die Lebensumstände dort nicht nur über ungeahnte Kräfte verfügen, sondern auch ein großes Geheimnis um den Yeti beherbergen. Am Ende der Jagd wird das Böse besiegt und die gute Ordnung wieder hergestellt.

 

Erzählerisch neue Standards

Gametechnisch setzt Spieleentwickler Naughty Dog mit „Uncharted 2“ neue Maßstäbe. Für den Spieler ist das Game nicht nur ein packender Action-Adventurer, sondern wie ein abspielbarer Film. Absolut filmreif mit überraschenden Wendungen und interessanten erzählerischen Zeitsprüngen. Besondere spielerische Highlights sind die Zugfahrten im Dschungel von Borneo sowie in den verschneiten Höhen des Himalayas. Gerade darin zeigt sich die dichte und spannende Atmosphäre wenn Handlung und Spiel richtig auf Hochtour laufen. Begleitet wird die abenteuerlich-mysteriöse Stimmung durch die musikalische Untermalung wie etwa durch dröhnendeDungs, tibetanische Ritualtrompeten.

Ein besonderes Augenmerk wird auch auf die Heldenfiguren gesetzt. In diesem Sinn sind auch die Charaktere neben Drake und Sully charmant und interessant angelegt zu denen man als Spieler auch rasch einen Zugang findet. Drake selbst wirkt lässig, cool und witzig aber auch bodenständig und, trotz großem Ego, „familienorientiert“. Sein väterlicher Sidekick und Mentor Sully verfügt dagegen trotz Fürsorge für seinen Ziehsohn, eine Schwäche für Gold, Schätze und Frauen. Etwas blasser und klischeehafter fällt die Darstellung der Bösewichte aus. Gerade die größte Antagonisten-Rolle, der Söldnerführer und Kriegsverbrecher Lazarevic, zeigt sich überraschend schaubar und einfach gestrickt.

 

Nathan Drake, der Fassadenkletterer

Während der erste Teil „Uncharted: Drakes Schicksal“ aus dem Jahr 2007 noch für größere Aufmerksamkeit sorgte, konnte der Nachfolger zwei Jahre später die Erwartungen nochmals übertreffen. Insgesamt konnte das Videospiel über 100 Game of the Year Auszeichnungen entgegennehmen. Naughty Dog setzt dabei bewusst auf eine dynamische Spielmechanik um das Spiel möglichst realitätsnah umzusetzen. Eine besondere Note ist dabei die Darstellung der Motion-Capture-Figuren, die speziell Drakes Fähigkeiten als Freeclimber und Fassadenkletterer atemberaubend in den Mittelpunkt rücken.

 

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