Caroline Lenz bleibt dem Schema der heimatverbundenen Single-Frau treu. In ihrem Nachfolgeroman „Ein Kerl zur Brotzeit“ widmet sie sich der Selbstsuche und -findung in den Bergen, der an einigen Stellen auch Längen aufzeigt – dennoch mit einigen „Lacheinlagen“ zwischendurch.

 

Seit ihrem Debütroman „Dann klappt’s auch mit dem Doktor“ hat Caroline Lenz eine wachsende Fangemeinde, vorwiegend an weiblichen Lesern gewonnen. Mit „Ein Kerl zur Brotzeit“ greift die Autorin erneut das Schema der Single-Frau auf, die nach einem turbulenten Ortswechsel einen neuen Anfang wagen muss. Lenz’ Nachfolgeroman von 2014 ist ein Werk, dass die Leser zum Nachdenken anregt. Andererseits mit viel Witz und Ironie auch für den richtigen Lesegenuss sorgt. Eine leichte Lektüre, die ohne wirklichen Tiefgang auch den „Hunger“ auf die Alpen stillt.

 

Unerwarteter Ortswechsel

© Ullstein Verlag

Elly, eine junge Ärztin aus dem Norden, fällt aus allen Wolken, als sie einen Gutshof inmitten der Alpen erbt. Für den absoluten Stadtmenschen ist der gewagte Ortswechsel nicht nur eine persönliche Herausforderung, sondern eine lebensverändernde Situation, der sich die Jungärztin mit ihrer zweijährigen Tochter stellen muss. In der gebirgigen Idylle muss Elly sich mit verhaltenen Dorfbewohnern und ihren örtlichen Gehabe auseinandersetzen – aber auch mit ihrem nervigen Nachbarn, einem Tierarzt namens Phillip.

 

In ihrem zweiten Roman erzählt Lenz die etwas überlange Geschichte über Selbstsuche und der Bereitschaft sich neuen lebensverändernden Herausforderungen zu stellen. Dabei reiht Lenz ihrer Geschichte einige überlange Anekdoten hinzu, die den Leserfluss nicht unbedingt mitreißen und am Ende doch nur ein mühevolles Schmunzeln entlocken wie einige Leser meinen. Alles in allem eher etwas Durchschnittliches für einen Schmökerer, der sich zunächst ein wenig in diesem Genre des Alpen-Romans einlesen möchte.

 

Gaudi für Geist und Gaumen

Auf der anderen Seite wer Lenz’ Erstlingsroman gelesen hat, wird sich wieder an die bayerisch spritzige Mundart erinnern. Die Detailverliebtheit der Autorin zeigt aber auch Lenz’ kulinarisches Wissen auf wie „frische Brezeln, Bergkäse, Obazda, Radieschen, geschnittener Radi, Weintrauben, Landjäger, ein kleiner Leberkäs und noch vieles mehr.“ Ein Buch, das nicht nur für einen Spaß beim Schmökern sorgt, sondern den Lesern auch eine gaudihafte Einführung in die bayerische Küche bietet – mit einer Prise Wortwitz und Charme.

 

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