Für Extrem-Bergkletterer Thomas Huber „gehts wieder aufwärts“. Sein schwerer Unfall mit Not-OP in der Vorwoche zeigt, dass das Klettern auch für Profis immer wieder überraschende, große Gefahren beinhaltet. Um Schicksalsschläge nicht nur am Berg geht in es der Doku „Die Huberbuam 3D“ aus dem Jahr 2011.

 

Die Nachricht schockt vergangene Woche die Bergsteiger- und Bergkletterer-Welt, dass Thomas Huber, Extrem-Bergkletterer, bei Filmarbeiten schwer verunglückt sei. Mittlerweile ist der 49-jährige „Bua“ wieder auf den Beinen. Vergangenen Freitag postet Huber auf seinem Facebook-Account ein Foto, drei Tage nach seinem zwölf Meter tiefen Absturz. Für den Älteren der beiden Huberbuam „gehts wieder aufwärts“. Bei der notwendigen Kopf-Operation wie die „Süddeutsche“ berichtet, wurde Huber letzte Woche auch „eine dünne Platte eingesetzt“.

 

Der Tod ist immer ein Begleiter

Doch Verletzungen und Narben sind für Thomas Huber nichts neues oder ungewöhnliches. In dem Dokumentationsfilm „Die Huberbuam 3D“ aus dem Jahr 2011 erklärt der Gipfelstürmer seine Motivation und Beweggründe: „Wir beide sind wirklich eine Seilschaft am Berg wo wir an die Grenzen“ kommen, so Huber. Mit seinem Bruder hat er immer wieder schwierige Routen ausgesucht, das hat ihn bei seinen Reisen bis nach Patagonien oder ins Gebirge von Pakistan gebracht. Für den Sänger einer Rockband geht es darum „an die Grenzen des Machbaren“ zu gehen und „zwischen Leben und Tod zu sein“.

Unter diesem Gesichtspunkt kann man daher den „Tod“ als dritten Gefährten der Huber-Seilschaft festmachen. Doch auch wenn die Hubers den Tod ständig ins Auge sehen, so sind auch sie nicht vor dramatischen Lebensereignissen gewappnet: „Boah, da läuft’s mir zurzeit grad wieder total kalt am Buckl owe aber wenn ich jetzt darüber nachdenke, es war wirklich so was von grausam.“, schildert Thomas Huber seine persönliche Empfindung über die Tumor-Erkrankung. Der Extrem-Boulderer erzählt mit Schauer wie das Geschwür bei ihm beiläufig erkannt wurde.

 

Das Leben im „Stand-by“-Modus

Im Januar 2011 soll es nach Patagonien gehen, direkt rein in den tiefen Zipfel Südamerikas. „Vorbereitungen sind getroffen, wir haben alles gepackt, alles war auf Stand-by zuhause.“, so Huber. Eine leichte Magenverstimmung führt ihn ins Krankenhaus. Im Spital lässt sich die Bergkletter-Koryphäe durchchecken: Ich „ließ mich untersuchen und dann ist festgestellt, dass ich einen Tumor hatte.“, erklärt Huber seinen plötzlichen Schicksalsschlag. Ein Umstand den Huber vorerst vor seinem jüngeren Bruder verborgen hält.

„Ich wollte des meinem Bruder überhaupt nicht sagen, weil ich irgendwie gesagt hatte, des konn i doch meinem Bruder net sogen, weil ich jetzt einen Tumor hab.“, so der Vater von drei Kindern in der ZDF-Doku. Für Alexander Huber war die Sache sofort klar, der seinem Seilgefährten den Südamerika-Trip aus dem Kopf redet: „I hob g’sogt, na Thomas da gibt’s darüber kein nachdenken. Das Ding muss raus!“ Die Diskussion um den Nieren-Tumor findet schnell ihr Ende, als sich glücklicherweise herausstellt, dass der Tumor gutartig ist, kein Krebsgeschwür.

 

Ein „Schnitzel“ auf Abenteuer

„Mein zweiter Geburtstag. Das war der 18. Januar. Ich hab gefreut wie ein Schnitzel.“, so Thomas Huber dem auch die Spuren der Operation irrelevant waren. „Des hat mi nimma interessiert, ob da jetzt da einen riesen, langen Schnitt am Bauch gehabt hab, ob mich des jetzt entstellt oder nicht“, schildert so der Speed-Kletterer seine Gedanken nach der OP. Aber was für ihn tatsächlich bewusst geworden war, die Tatsache am Leben zu sein.

„Ich darf weiterleben, ich darf weiterträumen. Gemeinsam mit meinem Bruder wieder auf ein großes Abenteuer zu gehen.“, erringt Huber so die Erkenntnis nach dem „Fall“ wieder hochzusteigen. Vielmehr finden sie im Klettern die Freiheit, die sie suchen, in der sie aufgewachsen sind. Dafür nehmen sie gewisse Gefahren in Kauf, die ihr Job und ihre Leidenschaft mit sich bringen. Das Resultat daraus ist ein Vorhaben die Karma-Route in Berchtesgaden endlich fallfrei zu erklimmen.

 

Dokumentation eines „Fall-Beispiels“

© ZDF Enterprises

Nach dem Monate langem Training und der präzisen Vorbereitung wird das Klettergerüst sorgfältig für den Aufstieg überprüft. Für dieses Vorhaben werden sie von einem ZDF-Filmteam begleitet, das ihre spektakulären Felsengriffe eindrucksvoll mit 3D-Kameras einfängt. Eine Dokumentation über die nahtlose Verbindung des perfekten Lebens- und Berufsglücks. Aber auch ein filmisches Werk um persönliche Schicksalsschläge sowie über erkenntnisbringende Neuorientierung nach einem intensiven „Fall-Beispiel“.

 

Weiterführende Links

  • SZ.de – Extrembergsteiger Thomas Huber beim Klettern schwer verletzt

  • Wikipedia – Thomas Huber (Bergsteiger)

  • Wikipedia – Alexander Huber (Bergsteiger)

  • ZDF Enterprises – Die Huberbuam

  • Bildquelle – ZDF Enterprises

  • YouTube – Die Huberbuam 3D – Trailer (Studio Hamburg Enterprises)

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