Reboot, Remake oder Restart sind nicht nur dem Kinopublikum ein Begriff. Auch in der Gamer-Welt hat sich dieser Ausdruck mittlerweile fest etabliert. Mit „Tomb Raider“, seit 2013 auch zu „TR“ abgekürzt, erlebt der Spielekult um die berühmteste Videogame-Heldin seine dunkle Wiedergeburt.

 

Im ersten und neu konzipierten Action-Adventurer muss Lara Croft die ersten Schritte ihrer „Lehrjahre“ absolvieren. Als 21-jährige Studentin verschlägt es Lara mit ihrem Mentor nach einem Schiffbruch auf eine geheimnisvolle Pazifik-Insel. Das Eiland ist von hohen Wellen und einem stürmenden Gewitter umgeben. Nach ihrer ungewollten Landung auf der Insel bekommen Lara und ihre Freunde es mit anderen Überlebenden zu tun, die einen sonderbaren japanischen Sonnenkult ausleben. 2013 erlebt „Tomb Raider“ eine düstere Wiedergeburt. Im Vorgänger zu „Rise of the Tomb Raider“ geht es um den Ursprung der berühmten Gamer-Kultheldin.

 

Allein gegen „Sonnenanbeter“

Im Spiel muss die jugendliche Lara ein Jahrhunderte altes Rätsel aus der japanischen Mythologie lösen. Die Sonnenanbeter auf der Insel, Solari genannt, fristen ein sektenhaftes Dasein mit einem exzessiven Hang zu Menschenopfer. Eine gutmütige aber naive Lara wird in diese Ereignisse turbulent hinein katapultiert und muss sich einem Abenteuer stellen, das ihr bisheriges Leben komplett verändern wird. Nach und nach werden auch Laras Freunde von den Solari entführt. Im Beisammensein all ihrer körperlichen und geistigen Fähigkeiten muss die angehende Archäologin gegen diese „Sonnen-Freaks“ antreten und ihre Freunde befreien. Daneben aber auch das mysteriöse und uralte Geheimnis der Insel Yamatai lösen, das verantwortlich für die Stürme auf und um das Eiland ist.

 

Lara erprobt ihre Kletterkünste

Wie in den Vorgängerspielen muss Lara auch dieses Mal agil durch die Gegend klettern und allerlei Höhlen auf der Insel erforschen. Bei ihrer Suche nach Schätzen und geheimen Grabkammern hat sich die angehende Heroine in „TR“ auch der Solari zu erwehren, die fast schon eine kleine Armee gegen die junge Frau in Stellung gebracht haben. Gerade in den ruhigeren Phasen des Spiels kommt das ursprüngliche „Tomb Raider“-Feeling dann wieder zurück, wenn es rein um das Erforschen und Erkunden des Geländes geht. Hier erhält der Spieler als Titelheldin Lara die Möglichkeit, seine Erkundungs- und Kletterfähigkeiten erheblich zu verbessern und auszubauen.

Laras Kletterpartien wurden von den Machern sehr intensiv in Szene gesetzt. Das Timing und die Umsetzung, wenn die Jung-Archäologin die Fels- und Gebirgswände herum kraxelt, sind spannend und reißerisch in Szene gesetzt. Einen Höhepunkt um Laras Kletterfähigkeiten richtig auszutesten, bietet die Baracken-Stadt der Solari die in der Inselmitte liegt und von der man über die ganze Insel einen Ausblick findet. Unheimlicher ist dagegen eine japanische Tempelanlage, bewacht von Dämonen, in einer windigen Bergschlucht. Auch gegen diese Gewalten der Natur müssen Laras Kraxelkünste stand halten – und das klappt auch ganz gut, auch wenn sie am Ende sogar ihren Kletterpickel herausgreift.

Aber es geht noch schauriger und horrorhafter: Nämlich dann wenn es dann in die dunklen Höhlen der Insel geht. Denn in ihnen hat sich das wahre Grauen der Insel „eingenistet“. Neben Schätzen und anderen wertvollen Utensilien findet Lara ganze Katakomben-Anlagen, die sich irgendwie über die ganze Insel erstrecken. Altäre von Menschenopfer, überall Gebeine und Totenschädel, die der Heldin andeuten, diesen schrecklichen Ort zu verlassen. In diesen Höhlen findet sie aber auch ganze unterirdische Lache und Tümpel voller Menschenblut. Je tiefer die jugendliche Croft dem Geheimnis näher kommt, umso mulmiger wird das Gamer-Gefühl, dass umso eher der Tod ihrer Spielfigur naht.

 

Gewalt als Wandlungsprozess

Mit „TR“ beleuchten die Spieleentwickler von Crystal Dynamics erstmals den Hintergrund zu Croft. Wie Lara von einem verletzlichen jungen Mädchen zu einer abgeklärten kampferprobten Archäologin wird. Die charakterliche Entwicklung erfolgt dabei durch mehrere Phasen und Schemen: So muss Lara auf besonders schmerzhafte und abrupte Weise das Ableben „ihrer Familie“ ertragen. Die Mischung aus Folter, Blutvergießen und anderer Rauigkeiten verdeutlicht den „Abhärtungsprozess“ im Spiel und die später bekannte Abgebrühtheit der Figur. Besonders interessant, wenn Lara beim Erlegen eines Rehs auf der Insel furchtbare Gewissensbisse bekommt.

 

Angepasste Optik und Akustik

Neben der deutlich düsteren Geschichte um Menschenopfer, japanische Dämonen und einer geisterhaften Inselkönigin, wird die Stimmung des Spiels auch optisch übertragen. Im Vergleich zu seinen Vorgängern wird „TR“ ausgiebig durch ausgewaschene Grau- und Brauntöne geprägt. Die erdigen und gedämpften Farben stehen im Kontrast zu den hitzigen Explosionen während des Spielverlaufs. Neben diesem Schauwert ist auch der an die Atmosphäre orientierte Sound sowie die deutsche Synchronisation der Figuren zu loben. In der deutschen Version meistert Nora Tschirner, bekannt aus Film und Fernsehen, bravourös das Stimmgefühl für Lara Croft.

 

Folgespiel und neuer Kinofilm

Seit den neunziger Jahren begeistert die Gamer-Ikone eine „Tomb Raider“-Generation nach der anderen. Die Begeisterung zeigt sich nicht nur durch die Fortsetzung über zehn Videospiele und andere Handheld-Games, sondern auch in der Popkultur. Zwei Spielfilme mit Angelina Jolie, verschiedenste Merchandising-Produkte wie Comics und Action-Figuren zeigen, dass der Kult um das „Action-Babe“ nahezu ungebrochen ist. Im Vorjahr folgte die Fortsetzung mit dem vielklingenden Titel „Rise of the Tomb Raider“. Doch auch auf der Kinoleinwand soll Lara bald einen Restart erleben, als Jolies Nachfolgerin tritt Alicia Vikander („The Danish Girl“) in ihre Fußstapfen.

 

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