Rafa Ortiz will mit seinem Kayak die Niagara-Fälle herunterspringen. Ein lebensmüder Plan, der sich auf den ersten Blick verrückt anhört. Ortiz‘ Freund und Kollege Rush Sturges begleitet ihn mit der Kamera und fängt einen filmischen Blick auf eine „Jagd“ gegen alle Widrigkeiten.

 

Sie gehören möglicherweise zu den bekanntesten und spektakulärsten Wasserfällen Nordamerikas. Die Niagara-Fälle an der US-kanadischen Grenze waren immer schon ein Anziehungspunkt beider Länder. Noch bevor die Freiheits-Statue im Hafen von New York errichtet wurde, galten bis 1886 die Niagara-Fälle als das Wahrzeichen Amerikas. In Spielfilmen wie „Niagara“ mit Marilyn Monroe oder „Superman II“ mit Christopher Reeve in der Titelrolle, wurde der Mythos und die Faszination der Niagara-Fälle weitergetragen.

 

Reise zu den Niagara-Fällen

In seiner aktuellen Dokumentation widmet sich Regisseur und Profi-Kayaker Rush Sturges ebenfalls einem Bann der Niagara-Fälle. Sturges begleitet seinen jüngeren Kayak-Kollegen Rafa Ortiz auf eine Reise zu den Niagara-Fällen. Der 28-jährige Kayak-Fahrer will sich einen lang gehegten Traum erfüllen, der erste Formen bereits in seiner Jugend annimmt. Mit einem Kayak die gewaltigen Niagara-Fälle hinunter zu fahren, ist für viele nicht nur dumm und tödlich, sondern nahezu unmöglich.

 

Ein Anziehungspunkt für Stuntleute

Tatsächlich gibt es in der Geschichte der Niagara-Wasserfahrt unzählige Beispiele verwegener Stunts und Versuche, die für viele tödlich endeten. Mitte des 19. Jahrhunderts scharen sich die ersten Massen: 1859 zog Francois Gravelet ein erstes größeres Publikum an den Wasserfällen. Mit einem Hochseilakt gelingt es ihm 25.000 Schaulustige in den Bann zu ziehen. Gravelets Aktion animiert später viele andere „lebensmüde“ Individuen es ihm gleich zu machen. Mehr als 155 Jahre später droht jeder Person eine sechs Monate Haft, wenn sie heute eine Stunt-Aktion an den Niagara-Fällen ausübt.

 

Gegen alle Widrigkeiten

Für Ortiz und Sturges ist die Bezwingung der Niagara-Wasserfälle nicht nur ein tödliches, sondern auch ein gesetzliches Unterfangen. Die Risiken denen sich die beiden und ihr ganzes Team stellen, zeigt die Doku ebenfalls: Tatsache ist, „wer erwischt wird, den erwarten hohe Bußgelder oder sogar eine Haftstrafe“. „Man kann noch so viel planen und darüber spekulieren, was passieren könnte – es schwingt immer ein gewisses Maß Ungewissheit mit.“, so Sturges rückblickend. Besonders heikel wird es für das Team kurz vor dem Stunt.

Trotz einiger Rückschläge im mittel- und südamerikanischen Regenwald geht es für die Kayak-Fahrer in den pazifischen Nordwesten. Dort inmitten der Flussfelsen der Rocky Mountains trainiert Ortiz unermüdlich weiter. Bis sie eine Woche vor der Abfahrt am Niagara River zum „Tatort“ zurückkehren. Mit einem eigenen Sicherheitsteam wird die Lage vor Ort sowie die Landezone im Wasser ruhig und konzentriert bewertet. Die Polizei scheint etwas über Ortiz‘  „Undercover-Aktion“ in Erfahrung gebracht zu haben.

 

Eine Jagd in gefährliche Gewässer

„Ich habe mir während der Dreharbeiten zwei Gehirnerschütterungen und etliche Narben zugezogen und mir mehrmals die Nase gebrochen“, schildert Sturges seine persönlichen Rückschläge um „Chasing Niagara“ zu realisieren. Die Dokumentation ist für Sturges verglichen mit Hollywood-Filmen „ein ganz anderes Terrain“. Die Story entsteht „in der Gegenwart, im wahren Leben“ und es „natürlich Druck bedeutet, wenn sich gute Freunde in so gefährliche Gewässer und Situationen wagen“, so Sturges über „Chasing Niagara“ – ab heute im Kino.

 

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