Der Bergsport- und Abenteuerfilm ist anspruchsvoller geworden. Für Filmschaffende werden dadurch auch die Produktions-Methoden immer herausfordernder. Der Bergfilm scheint nicht nur die Volljährigkeit erreicht zu haben – er versucht seine Reife auch durch andere Qualitäten zu bestätigen.

 

Das diesjährige Filmfest St. Anton hat auch heuer gezeigt, welchen Fokus die Filmemacher bei ihren Dokumentationen setzen. Die Siegerehrung für „Cedarwood Trails“ und „Eclipse“ weist darauf hin, dass es nicht mehr ausreicht, Extrem-Sportler vor gewaltigen Naturkulissen zu stellen. Was heute zählt, sind die Geschichten dahinter. Für Filmschaffende bedeutet diese Ausrichtung auch, dass der Begriff Bergfilm eine neue Auslegung benötigt. Für die 22. Ausgabe des Filmfest St. Anton haben fünf Bergfilmer ihren eigenen Zugang erklärt.

 

Sei individuell und faszinierend

Filmfest-Gewinner Johannes Mair hat mit „Cedarwood Trails“ einen Dokumentarfilm präsentiert, der zusätzlich eine sozialkritische Aussage beinhaltet. Die Doku um die zwei Extrem-Mountainbiker Axel Kreuter und Sylvia Leimgruber unterstreicht Mairs Meinung, dass ein Bergfilm alles beinhalten und zugleich „genügend individuellen Spielraum“ bieten muss, um „einen Film zu positionieren.“. „Beim Bergfilm wollen wir das Unmögliche zeigen und damit faszinieren, gleichzeitig sollen die fast unvorstellbaren Leistungen der Athleten aber glaubhaft und realistisch sein.“, so Mair.

 

Begeistere und motiviere

Für Mairs Berufskollegen Johannes Hofmann geht es darum, dass ein guter Berfilm „die Leute begeistern und motivieren“ muss. Mit „From A to K“ präsentierte der Dokufilmer 2014 ein Werk, wo „ein stimmiger Erzählstrang, ein roter Faden, eine Geschichte“ vorhanden sein muss. All dies sollte zudem „in schöne und stimmige Bilder“ verpackt sein. „Das I-Tüpfelchen ist dann noch gute Musik, die den Menschen in den Köpfen bleiben und sie an das Gesehene erinnert oder auch zu eigenen Abenteuern anregt.“, so Hofmann.

 

Lebensnah und ungekünstelt bleiben

„Authentisch und ehrlich“ sollte ein Bergfilm für Hanno Mackowitz sein. Der Filmemacher war in diesem Jahr mit „Spurtreu“ und „Daheem“ vertreten. Für ihn ist es wichtig, dass ein Film „den Betrachter in seinen Bann zieht.“ Abscheu empfindet Mackowitz hingegen bei Produktionen, „die durch zu dramatische Musik“ hochgeschaukelt werden und „die Hauptdarsteller selber in den Himmel loben, wie gut sie sind.“ Von diesen Werken meint der „Spurtreu“-Regisseur allzu viele auf großen und kleinen Schirmen zu sehen.

 

Motivieren, nicht belehren

Jakob Schweighofer, der 2013 beim Filmfest St. Anton mit „Tien Shan – Skiabenteuer in Kirgistan“ vertreten war, hat ebenfalls einen eigenen Zugang zu montanen Produktionen: „Ein guter Bergfilm feiert das Leben und motiviert Menschen neue Gedanken zu fassen, und er belehrt nicht.“, so der Dokufilmer. Eine besondere Neigung empfindet Schweighofer für Filme, „wo ich spüre, dass passionierte Menschen eine intensive Zeit erlebt haben und an ihrem gemeinsamen Tun gewachsen sind.“

 

Emotional und authentisch wirken

Um „eine emotionale und authentische Geschichte“ geht es Franz Hinterbrandner. Sein Dokumentarfilm „Shangri La“ zeigte heuer beim Filmfest Bernd Zangerls Kletter-Paradies. Der Dokufilm in der Bergwelt Nordindiens geht „nahe an den Protagonisten“ und nimmt „so den Zuseher auf das Abenteuer“, welches der Filmemacher erzählt. Besonders Spürbar wird Hinterbrandners Filmsprache durch die beeindruckenden Bilder aber auch die Reise der Protagonisten in andere Höhen, ferne Länder und neue Bergabenteuer.

 

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