Die fiktive Insel Skull Island ist nicht nur ein mysteriöses Eiland im pazifischen Ozean. Sie ist auch die gebirgige Heimat des berühmten Riesenaffen Kong, der gerade inmitten dieser Bergwelt als unumschränkter Herrscher über die Insel gebietet und die ihm doch als Refugium dient.

 

Seit 1933 begeistert die erfundene Affen-Kreatur King Kong Bücher, Comics aber auch Filme. So lassen sich verschiedenste Neuverfilmungen, Fortsetzungen aber auch Parodien zum unsterblichen Affen-König Kong finden, der auf einer weit entfernten ozeanischen Insel leben soll und dort als unumschränkter Herrscher über sein Inselreich gebietet. Zuletzt wagte „Herr der Ringe“-Regisseur Peter Jackson eine monumentale „King Kong“-Verfilmung, welche sich an den Klassiker von „King Kong und die weiße Frau“ von Merian C. Cooper und Ernest B. Schoedsack aus den dreißiger Jahren anlehnt.

 

Ein König und Herausforderer

Mit „Kong: Skull Island“, aktuell in den Kinos, bekommt der riesenhafte Gorilla jene Ehrwürdigung, die ihn nicht nur zum ungekrönten König über Skull Island verklärt, sondern ihn auch als pelzigen Herausforderer auszeichnet. In einer Fortsetzung „Godzilla vs. Kong“, vorgeplant für 2020, soll der Riesen-Affe dann auf die japanische Kult-Echse treffen. Der „Monster-Kampf“ ist der Höhepunkt eines Filmfranchise, dem „Kong: Skull Island“ sowie „Godzilla“ (2014) und „Godzilla: King of Monsters“, angepeilt für 2019, vorausgehen.

 

Vietnam-Veteranen vs. Skull Island-Beschützer

© Legendary Pictures/Warner Bros.

Die aktuelle Verfilmung aus dem Haus Legendary Entertainment und Warner Bros. zeigt einen „King Kong“-Streifen, den man durchaus das Korsett eines Kriegsfilms von 1973 ansetzen kann. Jordan Vogt-Roberts‘ Inszenierung orientiert sich dabei weniger an den Klassiker von Cooper und Schoedsack. Vielmehr ist „Kong: Skull Island“ ein blutiges Kriegs-Drama, indem Vietnamkriegs-Veteranen auf den erhabenen König von Skull Island treffen – und dieser zeigt seine animalischen Urinstinkte als das US-Expeditionsteam auf der Insel landet.

Wie Georg Seesslen in seinem „freitag“-Artikel meint, dass „Kong, das war vielmehr (…) Das Volk, das verrückt spielt, wenn man ihm zuviel Freiheit lässt, das Monster ist immer ein maskierter Kommunist.“ In „Kong: Skull Island“ richten die US-Soldaten ihre Waffen nicht auf die Guerilla-Kämpfer des Vietcong, sondern auf einen hünenhaften Berg-Gorilla – eine Art „VietKONG“ – dessen Domäne, zu Luft und zu Land verletzt wird. Besonders deutlich wird Kongs Darstellung im Verlauf der desaströsen Hubschrauber-Landung auf Skull Island:

Wie ein Berg ragt der Riesenaffe aus dem Dschungel-Dickicht heraus und bringt eine Flugmaschine nach der anderen wuchtig zu Boden. Das ohrenbetäubende Intro als Kong zum ersten Mal auf die GIs trifft, ist ein Vorgesang auf eine Expedition ohne Rückkehr. Im Verlauf der späteren Handlung wird die Bergwelt von Skull Island zu einem Refugium des Hochhaus-großen Ungetüms. Doch das war die Totenkopf-Insel schon immer, abgeschottet vom Rest der Welt – irgendwo inmitten des südpazifischen Ozeans.

 

Eine Gebirgswelt im Pazifik

Regisseur Vogt-Roberts‘ baut das einsam gelegene Eiland in der Tat in Seitenansicht eines Menschen-artigen Totenschädels auf. Die Oberflächen-Beschaffenheit der Insel zeigt, dass die dichten Wälder sich eher an die Küsten drängen, speziell zur Kopfseite der Insel, während das gebirgige Terrain sich in der Inselmitte sowie zur südwestlichen Seite der Insel bewegen. Jene Szenen mit den Klippen-Landschaften im Wasser wurden vorwiegend in Vietnam gedreht. Viele der Aufnahmen entstanden vor Ort in den Sümpfen und Gebirgsseen Vietnams, die Vogt-Roberts‘ zuvor besichtigt hatte.

 

Hawaiis Hochland als Insel-Hochsitz

Auf alpinem Terrain wagen sich Vogt-Roberts‘ und sein Filmteam auch auf Hawaii, speziell auf Oahu. Einige Schlüsselszenen des Films, speziell Wanderschafts-Aufnahmen, wurden auf dieser hawaiianischen Insel gedreht. Auf den saftigen Weiden und Wiesen der Kualoa Ranch entstanden viele der Hubschrauber-Aufnahmen, die im Film besonders dramatisch eingesetzt wurden. Die tropenhafte Pazifik-Insel war bereits Handlungsort für Roland Emmerichs „Godzilla“ von 1998.

 

Dreharbeiten in Australiens Bergen

Der Mount Tamborine ist ein weiterer Gebirgsort wo ein Teil zu „Kong: Skull Island“ inszeniert wurde. Beheimatet im Tamborine-Nationalpark in Australien wurden auch dort etliche Wander- und Action-Szenen gefilmt. Der Park befindet sich auf einen acht Kilometer langen Berg-Plateau und gilt als ein Überbleibsel der Mount Warning-Vulkane, die vor mehreren zig Millionen Jahren entstanden. Weitere Drehorte in Australien waren der Paperbark Forest sowie die Tallebudgera Valley.

© Legendary Pictures/Warner Bros.

Doch auch im Film selbst sieht man Kongs Verbundenheit zu den Bergen. Besonders markant bleibt jene Szene in der ein blutiger Handabdruck des behaarten Inselkönigs an einer Felswand zu sehen ist. Die Felsklippe, welche sich über einen Gebirgssee erhebt, hat die Form von Kongs Kopf. Zwei durchdringende Augen ragen aus der Felsformation heraus. Der tiefrote Handabdruck ist nicht nur ein Zeugnis von Kongs unumschränkten Machtanspruch über ganz Skull Island, sondern auch Abbild eines lebendigen Gottes und Beschützer der Insel, der sie spätestens im Kino-Jahr 2020 verlassen wird um gegen die Große Echse anzutreten.

 

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