Aosta/Los Angeles – Auch in der Neuverfilmung von „Mord im Orient-Express“ macht der Zug einen ungewollten Zwischen-Stopp in einer Winterlandschaft. Regisseur und Hauptdarsteller Kenneth Branagh bringt mit dem Remake nicht nur eine Riege hochkarätiger Darsteller zusammen, sondern zeigt den unermüdlichen Schnüffler-Drang eines passionierten Menschenkenners.

Die Wiederauflage ist im Vergleich zum Original aus dem Jahr 1974 eine mysteriöse Zugfahrt teils durch unerschlossene Bergregionen. Genau diese unentdeckte Bergwelt und der ungelöste Mordfall an einem Mitreisenden ist für Branagh in seiner Paraderolle als Meister-Detektiv Hercule Poirot eine materialisierte Wiedergabe seiner eigenen Gedankenwelt. Mit jedem einzelnen Schritt tastet er sich durch diesen Raum vor, um den Mordfall zu lösen.

© 20th Century Fox

Als Regisseur beschreitet Branagh ein anderes Terrain: Für die Außen-Szenen, die im Film zu sehen sind, dreht Branaghs Produktions-Team um das Aosta-Tal inmitten der italienischen Westalpen. Branaghs Haus-Kameramann Haris Zambarloukos, der für den 56-jährigen Shakespeare-Darsteller und -Dramaturgen bereits „Thor“, „Cinderella“ sowie „Jack Ryan: Shadow Recruit“ fotografierte, greift auf nebelige schneebedeckte Berglandschaften zurück.

Für die Innen-Szenarien nutzte Branagh zum einen „zwei echte Züge“, welche „immer wieder hin und her fuhren“. Um eine realistische Erfahrung für die Darsteller im Zug zu gestalten, ließ Branagh zusätzlich Monitore aufstellen. Während des Drehs in den Eisenbahn-Abteilen wurde auf diesen „stundenlang Videomaterial von vorbeiziehenden Bergen gezeigt“. Laut der Multimedia-Plattform IGN sollen über 2.000 LED-Bildschirme entlang der Schienen angebracht worden sein um alpine Landschaften abzuspielen. Die Montage und Dreharbeiten zu diesen Szenen entstanden in den Longcross Studios im englischen Surrey.

Wie das Online-Filmportal FILMSTARTS berichtet, war es für die Darsteller tatsächlich ein lebensechtes Erlebnis: Für Josh Gad („Die Schöne und das Biest“) „fühlte es sich so an, als wären sie wirklich da gewesen“ während Judi Dench („The Winter’s Tale“) anmerkte, dass mehreren Leute auch „kotzübel geworden sei“.

Wie real tatsächlich die Zugfahrt ausgefallen ist, wird man ab 24. November erfahren. Dann startet die Neuauflage unter anderem mit Willem Dafoe, Michelle Pfeiffer, Penélope Cruz und Johnny Depp auch in den heimischen Kinos.

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