Bern – Mit ihrem Neutralitäts-Status gehört die Schweiz zu den beständigsten und souveränsten Staaten der Erde. Die großen Konflikte des 20. Jahrhunderts, der kalte Krieg und dessen Ende aber auch die EU-Erweiterung und ihre aktuellen Herausforderungen zeigen, dass die Berg-Nation strikt ihren eigenen festen Prinzipien folgt.

Grundsätze, die bis in die Gegenwart ihren Bestand haben – man sich auch weiterhin von diesen leiten lässt, eben auch mit „göttlicher Ordnung“. Gerade diese „himmlische“ Führung wird in dem Streifen von Petra Biondina Volpe in Frage gestellt. In „Die göttliche Ordnung“ geht es um nichts anderes als um die Einführung des Frauenstimmrechts bei den Eidgenossen.

Volpe bettet ihre Erzählung in einem Umfeld der Siebziger Jahre inmitten eines Schweizer Bergdorfs ein. Die globale 68er-Bewegung hält allmählich Einzug auch im entlegenen Appenzeller Tal und bringt das Dorfleben der Einwohnerinnen und -wohner gehörig in Trubel.

Auch Nora, gespielt von Marie Leuenberger („Schwestern“), eine junge Hausfrau und Mutter, lässt sich von diesem Revolutions-„Fieber“ packen und will die gesellschaftlichen Schranken brechen: Es geht um existenzielle Grundrechte, mitzubestimmen, zu arbeiten und es sich zu erlauben, hin und wieder auf die „göttliche Ordnung“ zu pfeifen – sich schlicht dem Wagnis zu stellen, Berge „zu verrücken“.

Für Anita Fetz von ZEIT ONLINE ist „Die göttliche Ordnung“ ein Einblick „mit dem Brennglas in die reaktionäre, verschlossene Welt der kleinbürgerlichen Schweiz der Nachkriegszeit.“ Das Hochland-Flair trägt zusätzlich dazu bei um zu verstehen, warum das Frauenstimmrecht in der Schweiz erst mit Beginn der siebziger Jahre eingeführt wurde.

Einen Einblick dazu kann man sich ab dem 3. August machen. Dann läuft der Streifen auch in den heimischen Kinos.

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